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AKTIONEN

unsere Regionalgruppe ist oft viel unterwegs um Ratten in Berlin/Umgebung zu helfen. Sei es bei Wohnungsräumungen, oder bei Einfangaktionen (ausgesetzte Ratten draußen einfangen). Hier werden wir einige Berichte der letzten Jahre veröffentlichen.

2010 - Das Jahr der Einfangaktionen in Berlin

Eigentlich ist es nicht selten, dass wir in Berlin ausrücken mussten, um ausgesetzte Ratten einzufangen, doch dieses Jahr war es wirklich heftig.

Ein Beispiel in Lübars, Anfang des Jahres. An einer viel befahrenen Straße, gibt ein größeres Stück Buschwerk mit einigen hohen Bäumen. Eine Spaziergängerin meldete sich per Mail bei Christine, dass sie dort einige „bunte“ Ratten sichtete. Christine stellte Lebendfallen auf, wo sich tagelang nichts tat. Doch, dass dort definitiv Ratten hausten war klar, denn in einem hohlen Baumstumpf waren jede Menge rattentypische Köttel zu sehen. Nach einigen Tagen ging uns dann auch eine kleine, recht junge black berkshire dumbo in die Falle. Weitere Versuche die anderen zu fangen, schlugen fehl. Das Wetter machte uns auch einen mächtigen Strich durch die Rechnung…

Neben weiteren „Standard“ Einfangaktionen, wie: Ratten im Hinterhof, Ratten in den Hausfluren von Plattenbauten, gab es auch echt skurrile Sachen, wie z.B. Nacktratten, die durch gekippten Fenster flüchteten, oder eine Dachrinnenratten-Aktion, die erst nach etlichen Wochen Erfolg zeigte, nachdem das Weibchen Welpen zur Welt brachte und sie sich dort oben (wo man nur mit Hilfe der Feuerwehr hätte rankommen können) munter vermehrten.

An dieser Stelle lieben Dank an Christine, für ihren großen Einsatz, bei all diesen Einfangaktionen.

Damit der Text nicht so trocken wirkt, hier nun eine kleine Geschichte, von der hoffentlich letzten Aktion dieses Jahr:

Die Geschichte von Ben und seiner kleinen Freundin...

Am 27.10.10 kam ein Anruf vom Tierhausi und leitete Christine die Nummer von Frau Brecht weiter. Als wäre der Organisations-Stress für unseren Stand für die diesjährige Heimtiermesse nicht schon genug, kam die Nachricht, dass 2 Farbratten in Berlin-Hohenschönhausen ausgesetzt wurden und schon einige Tage dort rum liefen. Christine machte sich nach ihrer Spätschicht gleich noch auf den Weg und stellte 2 Lebendfallen an der Hausnummer 16, wo die Ratten gesichtet worden sind, auf. Fast eine ganze Woche kontrollierten wir die Fallen mehrmals täglich, doch kein Erfolg. Auch die Ratten wurden seltener gesichtet. Ich wunderte mich eigentlich, dass dort, wo wirklich viele Menschen vorbei liefen, aufgrund von einer Einkaufspassage, die direkt am Ende der Straße war, überhaupt Ratten sein können. In der Woche war wirklich viel Trubel in der Gegend. Dementsprechend auch jede Menge Müll und Essensreste, die auf dem Boden verteilt lagen. Kein Wunder, dass die Ratten sich nicht für unsere Falle interessierten...

Am 29.10.10 kam dann ein Anruf, dass die Ratten nun öfters an der Hausnummer 14 gesichtet wurden. Ich sammelte am gleichen Nachmittag Fanny ein. Mit Kescher, Transportbox und Handtücher im Kofferraum, fuhren wir dort hin und versuchten unser Glück, in der Hoffnung, dass die Ratten uns über dem Weg laufen. Nachdem wir eine Weile die Straße auf und ab liefen, setzen wir uns auf die Treppe an der Hausnummer 14 hin und warteten und warteten. Bis es dunkel wurde. Nix. Wir fuhren wieder los. Die nächsten 5 Tage passierte auch weiterhin nichts. Die Lebendfallen blieben leer.

Dann kam am 03.11.10 ein Anruf vom Hausmeister vor Ort, dass gerade 2 Ratten an der Hausnummer 14 einen Apfel fressen. Anschließend bin ich sofort in die Schuhe geschlüpft, Fanny anrufen, die auch alles stehen und liegen ließ, sie abgeholt und wieder dorthin gedüst. Vor Ort fanden wir leider wieder nichts vor. Wir liefen die Straße wieder auf und ab, suchten auch verzweifelt einen angefressenen Apfel. Fanny fand ihn dann. Er lag direkt zwischen einem Loch an der Steintreppe und einem kleinen Zaun direkt an der Hausnummer 14, welches doch ziemlich verdächtig aussah. Fanny nahm den Apfelgriebsch und brachte ihn weit weg zu einem Mülleimer. In der Zwischenzeit baute ich den Kescher auf. Mein Blick schweifte zu dem Ort wo der Apfel lag und mit einem Mal entdeckte ich einen schwarzen Kopf, der aus dem verdächtigen Loch luckte, der jedoch ganz schnell wieder verschwand als mein Kescher beim Aufbauen "klick" machte. Nachdem Fanny wieder kam, versuchten wir die schwarze Nase auf dem Loch rauszulocken. Zum Glück hatte ich noch ein belegtes Brötchen in der Tasche mit dem wir vor dem Loch wedelten. Das schwarze Köpfchen kam raus und hing an dem Stück Brötchen. Der erste Versuch sie zu greifen, ging leider daneben, da zwischen Treppe und Zaun gerade mal ca. 10cm sind. Kurze Zeit später kam ein braunes Köpfchen zum Vorschein. Fanny wedelte weiter mit dem Brötchen und lockte die braune Nase weiter raus, durch den Zaun durch. Schnell griff ich ihn von der anderen Seite. Erfolg! Auch die schwarze Nase kam trotz dem Protestquietschen der Braunen schnell wieder zum Vorschein und wollte unbedingt das Brötchen haben. Ein schneller Griff von Fanny und dann war sie auch eingesackt.

Zuhause angekommen schauten wir uns erst einmal die 2 an. Wie sollte es auch anders ein ein brauner Hooded mit Klöten ca. 3 Monate alt und eine black capped ohne, die ein klein wenig jünger ist... Sofort haben wir 2 Käfige fertig gemacht. Das Erste was die beiden taten war sofort an der Nippelflasche hängen und ausgiebig trinken. Anschließend wurde der Napf geplündert. Wir verteilten auch gleich Bananenchips und Drops, die uns sofort aus der Hand gerissen worden sind. Beide sind erstaunlicherweise sehr lieb und zutraulich, der Bock, den ich Ben getauft habe, ist etwas ängstlich, doch im Käfig genießt er knuspernd Streicheleinheiten. Die kleine Süße, leider schon deutlich trächtig, ist ein echter Wirbelwind und ziemlich neugierig. An dieser Stelle vielen Dank an den Hausmeister Herr Kaiser, der uns mit Infozetteln unterstützt hat, auf denen stand, dass verantwortungslose Tierbesitzer hier ihre Tiere ausgesetzt haben und diese bitte nicht gefüttert werden dürfen, damit Tierschützer sie einfangen können.

Das Mädel tauften wir Mariechen, wegen ihrer Marienkäferpunkte auf dem Rücken. Sie hat am 11.11.10 ganze 16 Welpen geworfen. 2 Überlebten es nicht. Es sind nun 8 Herren und 6 Mädels. Mittlerweile sind die Welpen gut 3 Wochen alt und momentan bis auf 3 Damen und 2 Herren soweit vorvermittelt :-)

Den Papa Ben konnten wir schon gut unterbringen. Er ist schon erfolgreich ein ein 5er Herrenrudel integriert worden.

Nachtrag: Alle sind fein unter. Die Mädels in 2 x 3er Grüppchen, die Jungs in 2 x 3er und die 2 übrig gebliebenen, bekommen Anschluss an ein vorhandenes 3er Rudel. Mutti Mariechen ist erfolgreich in ein Kastraten-Mädelsrudel integriert worden.

Ein kleiner Nachtrag 02.01.2010: Es bleib leider nicht dabei, dass es die letzte Einfangaktion war. Zitat Christine: „Jemand Super-Schlaues hat in einem Hochhaus 2 Ratten im Käfig in den Keller gestellt und die Tür geöffnet.“Am ersten Tag konnte sie einen Albinobock mit Schwanzverletzung einfangen. Ein weiterer Bock saß schon in der Lebendfalle, die allerdings von einem Bewohner wieder geöffnet wurde, weil der Bock da drin ja hätte verhundern können...kein Kommentar. Christine könnte ihn zum Glück noch einfangen. Der arme Kerl hatte angekokelte Barthaare. Wer weiß, was die beiden durchgemacht haben.

Autor und Fotos: Stefanie Linke, 1 von 3 VdRD REG-Leiterinnen Berlin/Brandenburg

Einfangaktionen2010 oben links / oben rechts: Das Versteck der beiden

unten links: die Mutti
unten mitte: die Welpen
unten rechts: der Bock
Einfangaktionen2010
Einfangaktionen2010 Einfangaktionen2010 Einfangaktionen2010


Die Müllbergratten 2007

Frau **** vom Gesundheitsamt, die uns damals im Nov. 2005 auch einen Notfall weiterleitete, rief am 10.01.07 erneut an, dass dort um die Ecke schon wieder Farbratten ausgesetzt worden sind, die ein aufmerksamer Anwohner gemeldet hat. Die Tiere konnte man vom Haus gegenüber wohl gut beobachten.
Marina und Annika waren gleich nach der Weiterleitung des Anrufes durch meine Person vor Ort und Christiane und ich sind um 16.30 Uhr zugestoßen. Da hatten die beiden schon 5 Tiere mit der Lebendfalle fangen können (2 weibliche Husky und 3 Böcke -> 2x Husky und 1x agouti/berkshire). Alle Tiere lieb, gut genährt (werden da unbewusst gefüttert von einem Anwohner, der eigentlich die Katzen dort auf dem Gelände füttern wollte) und haben nur Flöhe. Gesehen haben wir an diesem Nachmittag noch etliche Tiere mehr, auch eine Ratz mit Tumor, Jungtiere usw. Die Tiere haben sich unter einem Schuttberg (Müllberg) ein Tunnelsystem angelegt und man hört das Quietschen von etlichen neuen Würfen…. (dachten wir jedenfalls, gehört haben wir was)

Geeinigt haben wir uns dann vor Ort so:

Samstag, den 13.01.07 um 10 Uhr ist große Aktion. Man könnte das komplette Gelände mit Bettlaken, Decken etc. absichern und dann zusammen den Schutt/Müllberg abtragen (so dass kein Tier aus der Umsperrung entweichen kann). Die Böcke zum TH Berlin, die Weibchen und event. Shrimps in Pflegestellen- keine leichte Aufgabe, denn wir gaben uns nur zwei Tage Zeit für die Organisation. Wir teilten die Arbeit ein wenig und setzen einen Text von den Ereignissen und der Angedachten Aktion in 3 verschiedenen Rattenforen online und der Berliner Mailingliste online- die Resonanz war schlichtweg überwältigend! Von überall her kamen Hilfsangebote, Pflegestellen fanden sich, Spender, die nicht vor Ort sein konnten uns jedoch Unterstützung durch Futterspenden oder allg. Spenden zusagten. Auf Rattenhausen setze ich einige Bilder des Geländes und der Huskyratten an Lebendfallen online (die Annika am Mittwoch hatte machen können). Bis Freitag zählte ich 22 freiwillige, ehrenamtliche Helfer, davon eine 5er Truppe aus Leipzig, das TH Berlin sagte der Aufnahme vieler Ratten zu am Samstag und eine TH Mitarbeiterin war vor Ort um die Tiere gleich zu spoten (Dectomax gegen Flöhe). Ich glaube Freitagabend fiel das erste Mal ein riesengroßer Druck von mir ab, ich wusste es würde klappen, und ich rechnete wie andere auch, mit sehr, sehr vielen Ratten.

13.01.07

Samstag war dann der große Tag für die Ratten und alle Helfer. Marina und Annika waren die ersten und schon vor Ort als Christiane und ich ankamen. Da hatte es schon wieder "klack" gemacht und ein Husky Weibchen saß in der Lebendfalle. Ich bin dann schnell zu ALDI und da standen alle schon wartend und gespannt. Die Autos oder Hände voller Transportboxen und Decken, Besenstile usw. Wir sind zum Gelände gelaufen und haben gleich begonnen: die Laken spannen, Gestrüb weg schneiden, Müll wegräumen. Und hin und wieder beobachteten neugierig ein paar Huskys das Geschehen um sie herum und eine agouti/hooded hüpfte auch rum.10.45 Uhr war der ganze Berg umspannt (teilweise haben wir die Decken an Bäumen etc. festgetackert, aber auch an Besenstilen die wir in den Boden steckten) sah lustig aus, wie eine Strandparty. Die Unterkanten der Decken, Laken etc. hatten wir mit Steinen beschwert (derer es dort genug gab) so das keine Ratz unten drunter durch konnte. Einen Einstieg ließen wir offen, wo wir nur ein Brett hinplatzierten. Dann platzierten sich einige mit Käschern um den Aussenkeis und innen fingen etliche "fleißige Bienchen" an den Schuttberg abzutragen. Die Transportboxen standen bereit, innen wie außen. Es musste erstmal gewühlt und abgetragen werden (ihhhhh, es gab da überall dicke, schwarze Spinnen) und keine Ratz zeigte sich (mehr). Doch je mehr Berg abgetragen wurde, ging es plötzlich Schlag auf Schlag: hier eine Ratz, dort eine, da eine. Ein paar landeten in Käschern, andere konnten gegriffen werden, und schon ca. 15 Minuten später war der Spuk vorbei. 4 Böcke, 4 Weibchen (eins event. trächtig), eine Ratz mit Tumor. (+3 Böcke vom ersten Mal und 2 Weibchen vom ersten Mal). Alle Tiere wurden am/im Auto umgesetzt, gepunktet und "sortiert".

Gefangen haben wir also insgesamt 14 Tiere, so wie es aussieht ist es eine Ratte mit Wurf gewesen, ein Tier könnte der Vater sein. Und so wie es aussieht sind wir an einem riesengroßen Notfall gerade noch vorbeigeschrammt. Wir buddelten und wühlten noch nach, aber da war kein Bau mehr in die Erde. Die Tiere sind zahm, gut genährt, neugierig, jung... Alles Huskys, eine agouti/hooded, und aus der ersten Fangaktion noch ein agouti/self. Dann entschlossen wir uns wieder abzubauen, was sehr schnell ging bei soviel Leuten und nach und nach sind alle wieder nach Hause. Die Leipziger 5er Truppe wollte noch mal das Tierheim Berlin besichtigen und Pamela und Freund, die ja beide im Tierheim Berlin arbeiten fuhren die Böcke und das Weibchen mit Tumor (was im Tierheim operiert wird) gleich zum Tierheim. 2 Weibchen fanden erstmal einen Platz auf einer Pflegestelle (dabei das event. trächtige Tier) und 5 Weibchen auf einer anderen Pflegestelle. Jetzt werden wir erstmal abwarten was noch event. nachkommt. Lieben Dank noch mal an alle vor Ort, keiner war umsonst da und die Erleichterung bei allen riesengroß das es keine 3stellige Tierzahl wurde.

Shrimps haben wir gar keine gefunden, obwohl es auch als wir anfingen abzusperren das berühmte fiepen gab, es sind aber auch keine Weibchen mit aktiven Zitzen dabei. Es ist anzunehmen das sie untereinander gespielt oder gebalgt haben und deswegen des quietschen zu hören war. Andere sagen auch es war eine Metallplatte die das typische gequietsche ausgelöst hat- egal- Hauptsache es waren nicht, wie angenommen, Würfe ohne Ende. Es sind erstmal keine Ratten mehr vor Ort und wir können nur abwarten und hoffen dass die Tiere noch zu jung waren um gedeckt zu werden. Es bleibt also spannend.

15.01.07 Es gibt eine erste positive Nachricht: die Tumorratz die vom Tierheim auf den Namen "Gandiesa" getauft wurde hat ihre OP gut überstanden und ist zur Nachsorge und Versorgung zu Christine gezogen. Von dort aus kann sie dann in ca. 10 Tagen auch vermittelt werden.

19.01.07 heute waren Marina, Annika und ich noch mal in der Trödelhalle in der nähe der Fangstelle. Nachdem ich den drei…ähmmmm…angeheiterten Menschen dort versucht hatte klarzumachen das wir hier nach weiteren Farbratten Ausschau halten wollten und nur Spot und blöde Sprüche erntete warte ich erstmal auf Marina und Annika. Später erklärten die uns dann das die Ratten da jetzt seit ca. 2 Jahren rumlaufen würden und zwar in dem gesamten Gebiet (kommt hin mit der ersten Aktion, auch zeitlich usw.).

Einige Anwohner füttern sie, andere sind weniger erbaut. Wenigstens waren die in der Trödelhalle so nett und haben die Ratten immer gefüttert, gesagt das mal junge und mal alte da waren, aber alles grau/weiße. Sie sind sich sicher, dass vor zwei Jahren mal ein Pärchen ausgesetzt wurde was dann den ganzen Nachwuchs beschert hat. Sicher bin ich nicht. Die Müllbergratten waren viel zu zahm um da schon die x-te Generation wildlebender Farbratten zu sein. Und warum gibt es keine Wildmischlinge (gut die gibt es vielleicht, aber warum fangen wir nach 2 Jahren noch reinrassige Huskys???) Die Ratten im November `05 waren zudem ganz arme Tiere, ziemlich runtergekommen, verletzt und unterernährt. Wir haben dann vier Lebendfallen in der Trödelhalle aufgestellt und die Mitarbeiter rufen Marina gleich an wenn was drin ist. Ein Loch gab es was sehr rattig bewohnt aussah, aber das soll eine Verbindung nach draußen haben (also von der Trödelhalle nach draußen). Das ganze Gebiet (bestehend aus mehreren Straßenzügen) abzupflügen ist unmöglich, zudem alles unterkellert ist (was wir in der ersten Aktion deutlich gemerkt haben!). Schauen wir erstmal ob und was da in die Fallen tapst... und dann heißt es weitergrübeln.

21.01.07 Ich bin gerade am Tür aufschließen als mein Handy bimmelt. Marina. Kurzabriss: sie hat gerade einen med. Notfall und gerade hat der Trödelfritze angerufen das eine Ratte in der Falle sitzt. Ob ich sie holen kann. Prima- da brauch ich mich gar nicht ausziehen. Also ran an den PC, Fundtierprotokoll ausdrucken. Als der Rechner hochfährt ploppt ein icq Fenster auf: die Pflegestelle die die 5 "Müllbergratten" hat "Ein Tier ist hier ziemlich sicher trächtig, kannst Du die übernehmen?", sie ist online, also schreibe ich zurück, das ich eh zum Trödelfritzen losfahre und nehme sie gleich mit. Wir schlagen zusammen dort auf und in der Falle sitzt ein kleines Huskymädel. Vom Alter her kommt sie exakt mit den Müllbergratten überein (den jüngeren) und Flöhe hat sie auch. Sonst ein bisschen dünn, aber weder scheu noch krank. Hurra! Wieder zur Pflegstelle, dort die eventuell trächtige abtasten, naja, etwas gespürt nach langem Suchen und eingepackt (+ Partnertier). Aber nach vielen Welpen sieht das nicht aus. Die gefangene weibliche Ratte haben wir dann in der Badewanne zu den anderen Jungtieren gesetzt: und siehe da.... als wenn sie sich vermisst haben und jetzt wieder gefunden. Das war wie eine Familienrückführung. Jetzt sitzen also vier weibliche, voraussichtlich nicht trächtige Jungtiere, bei Christiane und die eventuell trächtige + Partnertier bei mir. Und wieder haben wir gehört, dass die Husky Population dort seit 2 Jahren unterwegs ist. Wie das alles geht weiß ich nicht. Das gefangene Tier ist wieder handzahm und vielleicht ein bisschen dünn aber sonst...

23.01.07 die Tumorratz zieht in ihr neues zu Hause um

27.01.07 Die am 21.01.07 übernommene Huskyratte aus der Pflegestelle von Christiane hat heute bei mir 2 Welpen bekommen

01.02.07 den beiden Welpen bei mir geht es gut, sie sind rund und gesund und Mutti kümmert sich aufopfernd um die beiden...

Auch mir der Partnerratte gibt es kein Problem, sie hocken beide auf den Babys, aber die wissen wo die Milch ist.

Christiane hat ja auch noch vier Ratten aus der Aktion bei sich in Pflege. Davon ist 1 hochträchtig. 2 sind vermittelt und eine behält sie vielleicht selbst, so das die trächtige dann bei ihr in Ruhe werfen kann. Gestern habe ich mal getastet und bin mir sicher, dass das mehr als zwei sind. Wir denken übrigens das das die letztgefangene aus der Trödelhalle ist...und sind wahnsinnig gespannt was sie für Welpen bekommt. Drückt die Daumen das das keine Wild-Mischlinge sind...

Aus der Trödelhalle haben wir erstmal nix mehr gehört.

Autor und Fotos: Susanne Mudra

Müllbergratten Müllbergratten Müllbergratten
Husky an der Falle Die Einfänger Ratz mit Tumor




2005 - Die Hinterhofratte

Wunder…gibt es immer wieder…

Nicht nur zur Weihnachtszeit werden manchmal Märchen wahr. Manchmal passieren auch im November kleine Wunder. Ich war gerade auf der Arbeit als mein Handy klingelte. Ausnahmsweise ;-) bin ich auch rangegangen…Am Telefon war eine ältere Frau, die mir erzählte das sie seit längerem, genauer gesagt seit Juni, auf ihrem Hinterhof eine Ratte füttert. Eine Farbratte "Albino" weil sie rote Augen hat. Die Ratte wohnt in einem alten Baumstamm und sei recht zutraulich, holt sich das Futter was sie hinlegt, aber jetzt wird es doch kalt und das Tier tut ihr so leid, das sie es nun einfangen und vermitteln möchte. Beim TH Berlin war sie schon, dort gab man ihr meine Nummer. Nun ja, ich sagte ihr dass sie bitte zum nächsten Baumarkt fahren soll und dort eine Lebendfalle für Ratten kaufen soll, diese mit Leberwurstbrot ausstatten und heimlich aufstellen soll. Dann hörte ich längere Zeit nichts mehr und dachte eigentlich dass ich auch nichts mehr hören würde.

Falsch gedacht- 14 Tage später- und diesmal nicht auf Arbeit klingelte mein Handy erneut "ich habe die Ratte".

Drei Tage später konnte ich die Kleine abholen. Ein liebevoll eingerichteter ehemaliger Mäusekäfig diente als ihr zu Hause, Trinkflasche, Näpfchen und Rattenfutter- alles extra gekauft. Die Ratte im Käfig, etwas scheu noch, lies sich aber greifen. Ein wundervolles beige/hooded Weibchen (frag mich niemand nach der genauen Farbbezeichnung) mit feuerroten Augen, die sich sofort in meinen Arm kuschelte und genüsslich die Augen schloss als ich sie kraulte. Keine Parasiten oder Atemwegserkrankungen und auch noch gar nicht so alt (geschätzt ein halbes Jahr). Die ältere Dame, die 75 Jahre überschritten, sie sich freute dass die Kleine in gute Hände kam- ein Weihnachtsmärchen im November. Auch den Baumstamm besichtigten wir noch mal gemeinsam. In dem riesigen alten Stamm, der komplett mit Efeu bewachsen war hatte sich die Ratte fünf Eingänge gegraben, darunter muss sie einen Bau angelegt haben wo es warm und sicher war. Obwohl der Hinterhof von allen Seiten einsehbar ist und wohl auch von vielen Nachbarn genutzt wird, hat sie sich nur einer Person gezeigt- ihrer späteren Retterin. Sogar der Hofkater ist sie immer ausgewichen. Gleich am ersten Abend ging sie in die Lebendfalle und konnte so gerettet werden . Eine Trächtigkeit war nicht festzustellen. Das ein Haustier so lange in freier Natur überleben kann grenzt an ein Wunder. Die Witterungsverhältnisse, Wanderratten, Katzen und nicht zuletzt der Mensch beenden i.d.R. das Leben eine solchen Tieres schnell. Diese Ratte hat Glück. 100te andere, die ebenfalls gedankenlos ausgesetzt werden, werden dieses Wunder nicht erleben. Hier sind Bilder einer Ratte, die ebenfalls draussen gefunden wurde und weniger Glück hatte (Achtung, keine leichten Bilder der Verletzungen)Kurz nach ihrer Aufnahme in meine Vermittlungsstelle konnte die Kleine bereits in ein festes zu Hause ziehen. 6 weitere Farbratten zählt sie nun zu ihren Freundinnen. Und bei ihrem neuen Frauchen wird sie ihr Leben im Baumstamm sicher schnell vergessen haben.

Autor und Foto: Susanne Mudra, Berlin

Hinterhofratte

Die Beutelrattenrettung

Es war am 08.07.04 und ich hatte es mir gerade mit meinem Freund auf dem Sofa gemütlich gemacht. Der Fernseher lief und eigentlich wollten wir nur noch den Tag ausklingen lassen.

Gegen 21.30 Uhr klingte das Telefon: "Einen schönen guten Abend, Frau Mudra?" "Jaaaaa…" "Ich habe ihre Nummer über den RattGeber bekommen (Vereinsmagazin), ich habe heute Ratten bei uns an den Mülleimern gefunden, 3 erwachsene und vier ganz rosane, kleine und eine ist verletzt… ich habe keine Unterbringungsmöglichkeit, ich weiß die Geschlechter nicht…" Auf mein Nachfragen: "Welpen? Verletzt?" Reagierte mein Freund mit einem etwas erstaunten Blick… Ich zögerte nicht lange und meinte "ich setze mich jetzt ins Auto und hole die Tiere sofort ab". Mein Freund verdrehte die Augen, ich schoss in den Keller, holte die Transportkäfige und fuhr mit quietschenden Reifen los.

Es regnete in Strömen, es gewitterte und trotzdem fand ich zum Glück schnell die Adresse die mir die Dame an Telefon genannt hatte. Dort wurde ich schon erwartet. In der Wohnung saßen in einer Meerschweinchenwanne 3 Ratten: ein sehr verschüchtertes Jungtier (Black/Maske), eine Rättin (Husky) und ein stattlicher Bock (Black/berkshire, den ich als erste Amtshandlung von dem gerade rattigen Weibchen zog und in einen Transportkäfig steckte). Zudem lagen vier neugeborene Welpen verstreut über die Bodenwanne und versuchten zwischen Vogelfutter und über sie hinweg trampelnden Ratten an dem Jungtier, was ziemlich sicher einen Schock hatte, verzweifelt zu säugen. Alle vier Welpen lebten noch, waren jedoch bereits kalt (sie hatten im Regen gelegen), schwach und waren noch nicht angesäugt. Zudem hatte eins eine ziemlich große Kopfverletzung, lebte aber auch noch.

Die Dame die den Stoffbeutel entdeckt hatte, war auf diesen nur aufmerksam geworden weil sich die versammelten Hofkatzen gerade an ihm zu schaffen gemacht hatten und Jungtiere aus dem Beutel getrieben haben. Gegen Mitternacht und immer noch im strömenden Regen suchten wir mit einer Taschenlampe noch die Hofgegend nach toten oder verletzten Tieren ab, fanden jedoch nix.

Dann hieß es für mich auch schon die Tiere so schnell es geht ins ruhige, warme zu bringen, wieder Transport im Auto. Hier angekommen richtete ich für die immer noch rattige Mutti einen bewusst sehr kleinen Käfig her, legte die Welpen in ein Häuschen, setze Mami dazu, Futter, Wasser, Gurke. Den Bock und das Jungtier noch schnell in zwei Käfige verfrachtet, Licht aus und hoffen das die Welpen über Nacht noch die Kraft haben zu säugen und Mutti (die bewusst nur die Hausoberseite hatte um von den Welpen wegzugehen) diese noch annimmt.

Am nächsten Morgen schaute ich vorsichtig um die Ecke ins Wohnzimmer: Mutti im Haus, bei den Welpen, zufriedenes quietschen aus dem Haus, aufatmen, es mussten Welpen überlebt haben.

Im Laufe des Tages gab mir Mutti die Gelegenheit nachzusehen: das verletzte Welpe hatte sie gefressen, drei lebten. Sie waren warm und bewegten sich wieder besser, aber einer hatte keinen Milchbauch. Wieder hoffen und bangen, würde er es schaffen? Gegen Abend die Erleichterung: alle Welpen hatten Milchbäuche- und was für welche!Die Mutti befand sich selbst in einem erbärmlichen Zustand: abgemagert und dünnes Fell, Läusebefall. Aber sie machte ihre Aufgabe gut und hingebungsvoll und sie fraß für 10. Alle drei erwachsenen Tiere waren erstaunlich lieb, der Bock hatte den schlimmsten Läusebefall. Ziemlich schnell konnte ich die Vermittlung der Tiere denken und so kam es das das Jungtier nicht mal eine Woche später vermittelt wurde und Gesellschaft von zwei gleichaltrigen Rattenfreundinnen bekam und der Bock ebenfalls gute drei Wochen später in Gesellschaft von drei Rattenböcken kam.

Die Welpen entwickelten sich gut, wie man auf den Bildern erkennen kann und fanden auch recht schnell sehr liebe neue Eltern. Es handelt sich um zwei Böcke (beige/husky und husky) und ein Mädchen (husky), wobei das Mädchen natürlich bei der Mami bleiben kann und die Böcke in eine echte Männerrunde kommen. Die Welpen sind handzahm und verspielt, neugierig und gesund. Die Mutti hat sich trotz ihrem anstrengenden Job mit der Welpenaufzucht gut erholt und war zum Glück nicht erneut gedeckt worden. Dachte ich jedenfalls, hoffte ich jedenfalls. Aber- Mutter Natur wollte es anders.

Am 03.08.04, 26 Tage nach der Aufnahme der Ratten und 5 Tage nach dem errechneten Geburtstermin für die Welpen, sofern es der Bock den ersten Abend doch noch geschafft hätte die Kleine zu decken, fing Mutti an sich von einer Minute auf die andere zu verändern. Der helle Husky, ein Muttersöhnchen hing gerne noch an Mamis Brust und sie lies ihn auch. Am morgen des 03. lies sie ihn noch und gegen Mittag stieß sie ihn plötzlich ab. Unter viel Protestgequitsche zog er den Kürzeren. Ich nahm Mutti aus dem Käfig um zu sehen ob sie vielleicht Schmerzen hat, schließlich hatte der Lütte schon richtige Zähnchen die zum nagen vorgesehen waren, nicht mehr zum säugen.

Bei der Mutti bemerkte ich eine leicht geöffnete Vaginalöffnung und bräunlichen, zähflüssigen Schleim aus selbiger. Panik! Zuerst dachte ich an eine Scheinträchtigkeit oder schlimmer noch- eine Gebärmutterentzündung. Ich machte trotzdem den Käfig neu und traute meinen Augen kaum als Mutti sofort anfing das Haus zu verbarrikadieren, also Nestbauaktivitäten zeigte die sie vor 30 Minuten noch nicht gezeigt hatte. Dann verkrümelte sie sich ins Haus, jagte ihr Muttersöhnchen aus selbigen und alles war ruhig.

Voller Panik telefonierte ich mit einer Freundin: TA oder nicht? Was könnte es sein? Da Mutti sich jedoch nicht mehr aus dem Haus bewegte aber auch nicht wie kurz vorm sterben aussah dachte ich, ich warte erst der Dinge die da kommen mögen- zum Glück!Hatte ich doch vorsichtshalber extra noch mal ihren Bauch abgetastet- alles war weich und keine Welpen zu spüren. Das ich mich getäuscht hatte wusste ich 2 Stunden später- das bekannte piep, piep, piep, eines protestierenden, nach Mamas Zitzen suchendes Welpen war zu hören. Ich musste aufpassen dass ich nicht umfiel….Vier Stunden später stecke Mama schon ziemlich frisch ihren Kopf wieder aus dem Haus. Da hielt ich es nicht aus und schaute vorsichtig nach: 1 Welpe lag dort rülpsend und zufrieden mit dicken Milchbauch im Nest. Ein Welpe!Naja, dachte ich den einen bekommen wir auch noch groß… Und Mutti blinzelte mir zu… Obwohl in der Gegend wo die Ratten gefunden wurden noch Zettel ausgehangen worden sind und auch noch nach weiteren Tieren gesucht wurde, ist kein weiteres Tier mehr gefunden worden. Wahrscheinlich sind die Haustiere einen qualvollen Tod gestorben. Auf das Aussetzen eines Wirbeltieres steht bis zu 5000 € Strafe. In diesen Fällen kann man nur hoffen dass die Schuldigen gefunden werden. Die Aufschrift auf dem Beutel die das Grab für alle Tiere werden sollte, eine hochträchtige Ratte einfach wie Müll zu entsorgen, das alles lässt vermuten welche Menschen hinter solchen Taten stehen.

Autor und Fotos: Susanne Mudra, Berlin

Beutelratten Beutelratten Beutelratten
die Welpen (Man sieht deutlich die Verletzung) "der Beutel" Der Bock
Beutelratten Beutelratten  
die dünne Mutti Welpen  






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